Ziele Hegegemeinschaft Elbe

Das eigentliche Ziel, nämlich der Aufbau und der Erhalt der Flussfischerei auf der Elbe, steht gewissermaßen programmatisch für einige andere, etwas kurzfristigere Ziele:

Grundvoraussetzung für eine aussichtsreiche Fischerei ist erst einmal der verkehrsfähige Zustand der Fische. Einen passiven Beitrag dafür muss die Zeit bringen, die notwendig ist, die jahrelange extrem hohe Verschmutzung der Elbe und ihres Einzugsgebietes zu reduzieren. Der aktive Beitrag muss jedoch Länder übergreifend durch Sanierung der noch im Oberlauf der Elbe bestehenden Einleiter gefährlicher Schadstoffe wie z.B. Quecksilber und HCB (Hexachlorbenzol) stattfinden. Hierfür ist der Einsatz der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE), die 1990 gegründet wurde, notwendig.

Die Elbe stellt gleichzeitig Lebensgrundlage für die Existenz einiger wichtiger Langdistanzwanderfischarten dar. Dazu gehören die zum Laichen ins Meer abwandernde Aale wie auch die stromauf wandernden Lachse und Meerforellen. Beide Arten sind in den letzten Jahren deutlich in den Fokus von Maßnahmen zum Schutz bzw. der Wiederansiedlung gerückt.
Nicht zuletzt durch den personellen, materiellen und finanziellen Einsatz der Berufsfischer und Angler des Landes Sachsen-Anhalt sind Jahr für Jahr umfangreiche Besatzmaßnahmen mit vorgestreckten Aalen im Elbeeinzugsgebiet und in Nebengewässern der Elbe in Naturschutzgebieten mit Erfolg durchgeführt worden. Ohne deren Wirken stünde es insbesondere um die Aalbestände bzw. dessen Abwanderungsquoten noch wesentlich schlechter.

Ein weiteres Ziel ist das Zusammengehen von Naturschutz und Fischerei auf der Grundlage des gleichnamigen Positionspapiers. Der Beitrag zum Naturschutz durch die Tätigkeit der Fischer wird leider immer noch nicht gewürdigt, zum Teil sogar ignoriert. Das zeigte sich auch bei der jüngst verabschiedeten Landesverordnung über die NATURA 2000-Gebiete. Darin sind speziell für einen Großteil der Elbe neu geschaffene „sensible Uferbereiche“ festgelegt worden, in denen in der Zeit vom 15. April bis zum 31. Juli ein vollständiges Betretungs- bzw. Nutzungsverbot besteht. Dabei ist dieser Berufsstand speziell vom Prinzip der Nachhaltigkeit bei der Bewirtschaftung seiner Pachtgewässer abhängig.

Ein wichtiges Anliegen ist die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Betriebe an der Elbe. Obwohl die Flussfischerei noch keinen ausreichenden Ertrag bringt, wird von den Fischern durch ihre Verpflichtung zur Hege eine Aufgabe erfüllt, die im allgemeinen gesellschaftlichen Interesse liegt. Darum sind flankierende Maßnahmen des Landes mit finanzieller Unterstützung zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit notwendig und gerechtfertigt.